Weihnachtswunsch: Gute Bildung ohne soziale Ausgrenzung

10. Dezember 2017|Material, Presse|0 Kommentare

Weihnachtswunsch: Gute Bildung ohne soziale Ausgrenzung

Zur Weihnachtszeit organisiert das Bündnis Lernfabriken …meutern! Wunschzettel-Aktionen, die die soziale Selektivität und die Unterfinanzierung des Bildungswesens anzuprangern. In über zehn Deutschen Städten werden Protestgruppen von Lehrenden und Lernenden u.a. auf Weihnachtsmärkten Passant*innen die Gelegenheit bieten, ihre Wünsche für ein gutes Bildungswesen auf Plakate zu schreiben und sich mit diesen fotografieren zu lassen. Die Fotos werden zum 2. und 3. Advent und zum 24. Dezember über die sozialen Medien veröffentlicht. Anlass für diese Aktion ist nicht zuletzt das Ergebnis der jüngst erschienen IGLU-Studie. Diese zeigt deutlich, dass soziale Ungleichheiten im Bildungswesen sogar noch zugenommen haben. In keinem anderen untersuchtem Bildungssystem ist der sozial bedingte Unterschied der Lesekompetenz größer als in Deutschland.

Tobias Eisch vom Vorstand des freien zusammenschluss von student*innenschaften erklärt: „Die Bedingungen, unter denen Bildung stattfindet, sind katastrophal. Umstände wie die immer stärker werdende Ausrichtung der Bildung nach marktwirtschaftlichen Prinzipien und ständiger Prüfungsdruck machen Menschen krank. Wir setzen uns demgegenüber für eine Demokratisierung der Bildungsinstitutionen und für soziale Gerechtigkeit ein. Konkret bedeutet das beispielsweise kleinere Klassen und mehr Lehrpersonal an Schulen. Zudem fordern wir ein BAföG, das eltern- und altersunabhängig als Vollzuschuss gezahlt wird.“

„Wir erwarten, dass sich die Positionen des Bündnisses in den Wünschen der Passant*innen wiederfinden. An Weihnachten wird jedes Jahr besonders deutlich, wie groß die Kluft zwischen gewünschten und tatsächlichen Zuständen ist. Statt die Unzufriedenheit mit der eigenen Situation in Konsum aufgehen zu lassen, wollen wir hingegen die politische Dimension betonen. Probleme wie Stress und Druck jeglicher Art sind keine Individuellen, sondern stehen im Zusammenhang mit Leistungszwang und Marktorientierung auch im Bildungsbereich“, erläutert Isabel Schön von der lokalen Protestgruppe aus Freiburg.

 

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