Bildung ist anders! Für neue Lern- und Arbeitsbedingungen

31. Januar 2019|Aktuelles, Material, Positionen|

Für die meisten ist es keine Neuigkeit mehr: Das Bildungswesen ist sozial ausgrenzend. Es ist besser dazu geeignet treudoofe Anpassungsfähigkeit zu trainieren, als kritische Geister zu wecken.

Unzufrieden sind nicht nur Schüler*innen und Studierenden, die seit Bildungszeitverkürzungen und der Verdichtung standardisierter Prüfungen unter sinnlosen Druck gesetzt werden. Auch Lehrende, Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen klagen über Missstände. Personalmangel, unbezahlte Arbeit und unzufriedene Lernende frustrieren. Wenn Studierende kaum Zeit für ihr Studium haben, weil das BAföG nicht reicht, dann funktioniert auch der erdachte Lehrplan nicht mehr. Andersherum verhält es sich ähnlich: Wer kann von Lehrer*innen große Begeisterung für den eigenen Beruf erwarten, wenn sie jährlich vor den Sommerferien entlassen werden, weil die jeweilige Schule sich den Lohn für sechs Wochen sparen möchte? Wie sollen die über 100.000 Lehrbeauftragten ernsthaft Studierende betreuen, wenn sie keine Einstellungsperspektive haben und weniger als Mindestlohn verdienen?

Ja, es mangelt überall an Geld: Für ausreichend Personal, für Gebäude, für technische Ausstattung, für ein würdiges Leben. Doch das ist nicht alles! Die bisherige Institutionalisierung von Bildung ist gescheitert. Das hierarchische Schüler-Lehrer-Verhältnis, das sich an einem vorgegebenen Wissenskanon orientiert und vor allem einer „Besten“-Auslese dient, hat sich als unzureichend erwiesen. Das momentane Geplapper über die „verpasste Digitalisierung im Bildungswesen“ erfasst maximal ein paar Symptome des Problems. Würde sich irgendwer mit der Lebenswelt der Jüngsten befassen, wäre schon längst klar geworden, dass wir nicht mehr in den 70er Jahren leben und neue Fragen aktuell geworden sind. Hier geht es nicht um technische Ausstattung von Bildungseinrichtung. Es geht darum die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Interessen der Betroffenen zu erfassen und individuelle Bildung zu ermöglichen. Denn wo verstaubte didaktische Methoden regieren, wo individuelle Bildung stupiden Tests weichen muss, ist es kein Wunder, dass meilenweit an der Realität vorbeiunterrichtet wird. Statt sich an Frontalunterricht, disziplinäre Grenzen und leicht abprüfbaren Stoff zu klammern, muss Bildung umfassend demokratisiert werden.

Lasst uns aufbegehren!

Aktuell wird in Parlamenten über Bildungsföderalismus, Kooperationsverbot, Hochschulpakt, BAföG und Lehrer*innenmangel debattiert. Wir sollten dort einhaken. Denn das Problem dieses Bildungswesen lässt sich nicht mit ein bisschen W-Lan, ein paar PC-Pools, ein paar Quereinsteigenden Lehrer*innen und einem neuen Hochschulpakt beheben. Es geht um viel Mehr. Es geht um die Frage, wieso sich große Teile der Bevölkerung faschisieren, geistesfeindlichen Parolen folgen und Verschwörungsfantastereien auf den Leim gehen. Es geht um die Sozialisationsbedingungen. Und damit geht es auch um die Lernbedingungen.

Themen sind:

  • Ökonomisierung vs. Demokratisierung von Bildung
  • Unterrichtsmethoden
  • Arbeitsverhältnisse und überfüllte Kurse
  • Bildungsfinanzierung (finanzielle Unterstützung der Individuen und Ausstattung der Bildungsinstutionen

Wir können etwas ändern, wenn wir Zusammenarbeit. Lasst uns loslegen!

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