300.000 Erzieher*innen fehlen

16. August 2018|Aktuelles, Material|

In Deutschland fehlen aktuell laut Verdi-Fachbereichsleiterin, Manuela Schmidt, 300.000 Erzieher*innen. Das Problem ist den Landespolitiker*innen bekannt. Allerdings beziehen sie es ebenso wie der mdr auf die lang andauernde Ausbildung. Daher wollen Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen diese nun Umbauen bzw. kürzen. Das ist allerdings der falsche Weg, der die bisherige Mangelwirtschaft nur fortsetzt. Die Ausbildung erscheint vielen angehenden Erzieher*innen als langwieriger und beschwerlicher Weg, weil sie in dieser Zeit, wie die meisten Auszubildenden und Studierenden, prekär leben müssen. Wenn Lernenden ihre Ausbildung als „zu langwierig“ erscheint, ist das ein Hinweis auf eine schlecht konzeptionierte inhaltliche Betreuung und eine unzureichende Lehre. Die Überlegung weiter zu kürzen, geht in die falsche Richtung. Sie entspringt dem Wunsch noch mehr Geld zu sparen. Tatsächlich führt die Sparwut erst dazu, dass Ausbildungen und Studiengänge abgebrochen werden, weil Menschen die perspektive Lebenssituation nicht weiter ertragen können. Im Rahmen einer guten Betreuung könnte in derselben Zeit viel mehr gelernt werden. Dann würde Lernenden ein Bildungsabschnitt auch nicht wie Zeitverschwendung vorkommen. Das setzt voraus, mehr in Bildung zu investieren – und nicht weniger.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/sachsen-will-erzieher-ausbildung-nicht-reformieren-100.html

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